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Bestens vorbereitet mit der dualen Ausbildung

Zahl der Azubis beim beruflichen Bildungszentrum GARP ist auf Rekordniveau – Duale Ausbildung weiter stärken

Noch nie haben so viele Azubis ihre praktische Ausbildung bei der GARP absolviert wie zurzeit. „Wir haben Rekordstand“, freut sich GARP-Geschäftsführer Werner Waiblinger. Er nutzte den Besuch des Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Andreas Schwarz, um sich für die Stärkung der dualen Ausbildung einzusetzen.

250 junge Menschen werden derzeit im Rahmen ihrer dualen Ausbildung in den Werkstätten der GARP angeleitet anstatt im eigenen Unternehmen. Damit sei man an der Kapazitätsgrenze, sagte Waiblinger, „wir könnten keine fünf weiteren aufnehmen“. Dieser Rekordstand hat mit der bisher sehr guten Konjunktur zu tun, er zeigt aber auch, dass die überbetriebliche Ausbildung für kleine und mittelständische Unternehmen ausgesprochen interessant ist: Mit dem Angebot des Bildungszentrums können sie eigene Nachwuchskräfte ausbilden, auch wenn ihnen die technische Ausstattung oder die Arbeitskräfte fehlen, um sie optimal anzuleiten.

Einen Eindruck davon bekam Andreas Schwarz beim Blick in die Werkstatt für Metallberufe, wo rund zwei Dutzend junge Menschen – zwei davon Frauen – an ihren Werkstücken arbeiteten. „Es herrscht eine sehr konzentrierte Arbeitsatmosphäre“, stellte er beeindruckt fest. „Die wissen, was sie wollen“, lobte Waiblinger die Azubis. Zwar müsse man manche in den ersten Wochen „aufwecken“, was Pünktlichkeit, Umgangsformen oder Motivation angeht, dann erlebe man aber durchweg tolle Entwicklungen. Die Ausbilder seien dabei in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu Begleitern und Coaches auf Augenhöhe geworden. „Wir legen viel Wert auf die Eigenständigkeit“, bestätigte Ausbilder Bruno Theimer im Elektro- und Mechatronik-Fachlabor.

An allen Stationen des Rundgangs suchte Andreas Schwarz das Gespräch mit den jungen Leuten und fragte nach den Hintergründen für ihre Berufswahl. Er sprach mit einem angehenden Mechatroniker, der die zweite Ausbildung nach Werbetechnik macht und sehr zufrieden damit ist. Oder mit anderen, die sich für die reine Elektrotechnik entschieden haben, weil sie „nicht so gerne etwas fertigen“.

Egal in welcher Branche, die Digitalisierung und der Weg zur „Industrie 4.0“ stehen stets im Raum. Wenn man sich darauf einstelle und einlasse, sei das machbar, sagte Waiblinger und verwies auf das GARP-Projekt „F4DIA“, das „Multiplikatoren für die digitalisierte Arbeitswelt“ ausbildet, damit sie in ihrem Unternehmen innovative Impulse setzen können. Damit hat die GARP im vergangenen Jahr den „Demografie Excellenz Award“ gewonnen und wurde ganz aktuell im Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0“ ausgezeichnet. Mehr noch als die Auszeichnungen freut Waiblinger, dass das Projekt um weitere zwei Jahre verlängert wird. Denn in Sachen Digitalisierung hat die Wirtschaft weiterhin Nachholbedarf. Speziell die mittelständischen Unternehmen seien die Sorgenkinder: Sie hätten oft einfach keine Zeit für das Thema und fänden kaum Zugang dazu. Diese Erfahrung macht auch Christoph Nold, der Geschäftsführer der IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, der ebenso wie Plochingens Bürgermeister Frank Buß am Rundgang teilnahm.

Der GARP-Geschäftsführer zeigte den Gästen eine hochwertige CNC-Maschine, die dank der Spende einer Stiftung erworben werden konnte. Als Nächstes stehe im CAD/CAD/CNC-Bereich die Neuausstattung mit Computern und Software an, sagte Waiblinger und nannte als finanzielle Größenordnung rund 140 000 Euro.

Zumindest bei GARP lernen die Azubis also mit modernster, aktueller Ausstattung. Trotzdem sei es schwierig der Gesellschaft zu vermitteln, welch hohes Niveau die duale Ausbildung habe, da waren sich alle einig. In vielen anderen Ländern bewundere und beneide man Deutschland um dieses System – doch hierzulande gehe der Trend vielfach zum Studium.  Andreas Schwarz sah hier vor allem eine gesellschaftliche Aufgabe: „Vielleicht müssen wir die Erfolgsgeschichte der dualen Ausbildung immer wieder betonen.“ Waiblinger unterstrich auch die wichtige Funktion der Schulen bei der Wahl des Berufswegs. Mit vielen Real- und Werkrealschulen habe die GARP Kooperationsverträge, bei den Gymnasien seien noch einige Bretter zu bohren.

Die drei Azubis, die an der abschließenden Gesprächsrunde mit den Gästen teilnahmen, waren von der Qualität ihrer Ausbildung jedenfalls rundum überzeugt. Sie machten aber auch klar, dass ihnen die Möglichkeit wichtig ist, sich später weiterentwickeln zu können – sei es auf dem Weg der beruflichen Aufstiegsbildung oder an einer Hochschule. Dafür braucht es Möglichkeiten und Förderung.  „Auch die berufliche Weiterbildung muss politisch gestärkt werden“, unterstrich Waiblinger deshalb.

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